Intervalltraining wechselt systematisch zwischen intensiven Belastungsphasen und aktiven Erholungspausen ab – diese Methode verbrennt bis zu 30% mehr Kalorien als gleichmäßiges Ausdauertraining und verbessert sowohl aerobe als auch anaerobe Leistungsfähigkeit. Als Psychologin und Journalistin habe ich in den letzten Jahren beobachtet, wie sich diese Trainingsform von einem Geheimtipp für Profisportler zu einer der beliebtesten Fitnessmethoden entwickelt hat.
Neulich sprach ich mit einer Lauftrainerin, die mir erzählte: „Meine Klienten erreichen mit zwei Intervalleinheiten pro Woche oft bessere Ergebnisse als früher mit vier gleichmäßigen Dauerläufen.“ Das brachte mich dazu, tiefer in die Wissenschaft hinter dieser Trainingsmethode einzutauchen.
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ToggleIntervalltraining basiert auf dem systematischen Wechsel zwischen hochintensiven Arbeitsintervallen und weniger intensiven Erholungsphasen. Anders als beim gleichmäßigen Dauerlauf oder Radfahren fordern Sie Ihren Körper in kurzen, intensiven Phasen maximal heraus.
Die Trainingsintervalle dauern typischerweise zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten, während die Erholungspausen meist genauso lang oder etwas kürzer sind. Psychologisch betrachtet macht diese Struktur das Training mental weniger belastend – Sie wissen immer, dass nach der anstrengenden Phase eine Erholung folgt.
Physiologisch passiert dabei folgendes: Während der intensiven Phasen arbeitet Ihr Körper anaerob (ohne ausreichend Sauerstoff), in den Pausen kann er sich aerob erholen. Diese Kombination trainiert beide Energiesysteme gleichzeitig und führt zu dem sogenannten „Nachbrenneffekt“ – Ihr Stoffwechsel bleibt noch stunden nach dem Training erhöht.
Beim Intervalltraining laufen unterscheiden Sportwissenschaftler zwischen extensivem und intensivem Intervalltraining. Aus meiner Recherche mit Laufexperten ergeben sich folgende bewährte Methoden:
Diese Form arbeitet mit längeren Intervallen bei moderater Intensität. Ein typischer Plan sieht so aus:
Das 10-km-Renntempo entspricht etwa 85-90% Ihrer maximalen Herzfrequenz. Falls Sie diese nicht kennen: Sie sollten während der Intervalle noch kurze Sätze sprechen können, aber nicht mehr entspannt plaudern.
Hier arbeiten Sie mit kürzeren, aber deutlich intensiveren Belastungen:
HIIT (High Intensity Interval Training) ist eine spezielle Form des Intervalltrainings, die sich durch besonders kurze, maximale Belastungen auszeichnet. Während klassisches Intervall Training oft 3-5 Minuten dauernde Intervalle verwendet, arbeitet HIIT typischerweise mit 15-60 Sekunden All-out-Phasen.
In meinen Gesprächen mit Trainingsexperten kristallisierte sich heraus: HIIT eignet sich besonders für Zeitsparende, die in 15-20 Minuten maximale Effekte erzielen wollen. Klassisches Intervalltraining ist dagegen ideal für die Vorbereitung auf längere Wettkämpfe.
| Kriterium | HIIT | Klassisches Intervalltraining |
|---|---|---|
| Intervalldauer | 15-60 Sekunden | 1-5 Minuten |
| Intensität | 95-100% HFmax | 80-95% HFmax |
| Gesamtdauer | 15-25 Minuten | 30-60 Minuten |
| Hauptziel | Fettverbrennung, Fitness | Wettkampfvorbereitung |
Viele meiner Leserinnen fragen mich: „Ist Intervalltraining für Anfänger überhaupt geeignet?“ Die Antwort lautet eindeutig ja – aber mit der richtigen Herangehensweise.
Bevor Sie mit Intervallen beginnen, sollten Sie mindestens 4-6 Wochen regelmäßig 20-30 Minuten am Stück laufen können. Das schafft die aerobe Basis, die für die Erholung zwischen den Intervallen nötig ist.
Woche 1-2: Lauf-Geh-Intervalle
Woche 3-4: Erste Laufintervalle
Psychologisch ist es wichtig, dass Sie sich nicht überfordern. Lieber zu konservativ starten und kontinuierlich steigern, als nach einer Woche frustriert aufzugeben.
Intervalltraining Laufband bietet den Vorteil konstanter Bedingungen und präziser Geschwindigkeitskontrolle. Moderne Laufbänder haben oft vorprogrammierte Intervallprogramme, aber Sie können auch manuell trainieren.
Aus meiner Erfahrung funktionieren diese Programme besonders gut:
Der Vorteil des Laufbands: Sie können die Geschwindigkeit exakt kontrollieren und sind wetterunabhängig. Nachteil: Die fehlende Luftwiderstand macht das Training etwas weniger spezifisch für das Laufen im Freien.
Intervalltraining Fahrrad eignet sich hervorragend für gelenkschonendes, aber hochintensives Training. Beim Radfahren können Sie die Intensität über Trittfrequenz, Widerstand oder Geschwindigkeit steuern.
Sportwissenschaftler empfehlen für Radintervalle oft die Steuerung über Watt-Leistung oder Herzfrequenz. Falls Sie keine Leistungsmessung haben, orientieren Sie sich an Ihrer subjektiven Anstrengung auf einer Skala von 1-10.
Für Rennrad Intervalltraining eignen sich besonders gleichmäßige Strecken ohne viele Ampeln oder Kreuzungen:
Die Pausen zwischen den Intervallen sollten etwa halb so lang sein wie die Arbeitsintervalle selbst. Fahren Sie dabei locker weiter, stoppen Sie nicht komplett.
Heimtrainer und Spinning-Bikes ermöglichen präzise Intervalle unabhängig vom Wetter:
Die häufigste Frage in meinen Beratungen lautet: „Wie oft sollte man Intervalltraining pro Woche machen?“ Die Antwort hängt von Ihrem Trainingszustand und Ihren Zielen ab.
Für Freizeitsportler empfehlen Trainingsexperten maximal 2-3 Intervalleinheiten pro Woche. Ihr Körper braucht 48-72 Stunden, um sich von der intensiven Belastung zu erholen. Mehr ist nicht automatisch besser – im Gegenteil, es kann zu Übertraining führen.
Optimale Trainingsdauer:
Wichtig ist die Integration in Ihren Gesamttrainingsplan. Kombinieren Sie Intervalltraining mit lockeren Ausdauereinheiten und Krafttraining für optimale Ergebnisse. Kardiotraining bildet dabei die perfekte Ergänzung zu intensiven Intervalleinheiten.
Aus psychologischer Sicht rate ich dazu, Intervalltraining nicht als Qual zu sehen, sondern als effiziente Investition in Ihre Gesundheit. Die Gewissheit, in kurzer Zeit maximale Effekte zu erzielen, motiviert viele Menschen langfristig am Ball zu bleiben.
Vergessen Sie nicht: Auch Stressmanagement spielt eine wichtige Rolle beim Training. Intervalltraining ist zwar körperlich fordernd, kann aber mental sehr entspannend wirken – vorausgesetzt, Sie überfordern sich nicht.
Starten Sie heute mit einem einfachen 15-Minuten-Programm und erleben Sie selbst, wie effektiv diese Trainingsform ist. Ihr Körper wird es Ihnen danken – und Ihre Fitness wird sich schneller verbessern, als Sie es für möglich gehalten hätten.